07.10.2016

Das War ein harter Tag. Am härtesten für Jesper, der sich in der Uniklinik einer Operation mit dem Ziel  einer gewissen orthopädischen Optimierung unterziehen musste. Er hat von Kindesbeinen an (hihi) mit O-Beinen zu kämpfen. Die haben ihn zwar nie wirklich behindert (hihi) aber wenn so was unbehandelt bleibt, ist recht früh mit Arthrose zu rechnen. Aus diesem Grund wurden schon seit Jahren immer wieder seine Beine vermessen, in der Hoffnung, das Ganze würde sich doch noch rauswachsen. Dem war aber leider nicht so und der Plan war, ihm zwei Platten in die Knie zu flicken, die an den entsprechenden Stellen das Wachstum verhindern so dass die Beine quasi ungleichmäßig in eine Richtung wachsen und dadurch in ihrer Gesamtheit wieder gerade werden.

Gestern haben wir Jesper also in der Uniklinik abgeliefert und ich war doch einigermaßen verblüfft zu sehen, dass jeder kleine Patient der Kinderklinik einen schwenkbaren LCD-Screen mit Tastatur an seinem Platz hat um damit Fernzusehen und im Internet zu surfen. So weit die Theorie. Praktisch funktioniert das Fernsehen, das Internet ist aber langsamer als zu 56k-Zeiten und somit komplett unbrauchbar. Insbesondere wenn auch noch die Tastatur kaputt ist und ein Druck auf die doch weithin recht populäre Taste „E“ ein nicht enden wollendes „eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee…“ produziert. Vielleicht hätte man lieber einfach mal auf WLAN gesetzt, kompatible Endgeräte hat ja eh jeder bei sich.

Heute früh um Acht machte sich Inkki also auf den Weg ans Krankenbett während ich mich um Wäsche, Einkauf, Wohungsreinigung kümmerte und anschließend zur Spätschicht aufbrechen musste. Der Eingriff war für 10.30 terminiert, tatsächlich dauerte es aber bis 11.30 bis es endlich losging. Es war mit einer Dauer von knapp zwei Stunden zu rechnen, letztlich wurden daraus aber viereinhalb weil sich während der OP herausstellte, dass es mit zwei Platten ins Knie nicht getan war sondern man doch lieber deren vier verbauen würde. Die arme Inkki wartete so geduldig, dass der gute Jean-Paul Sartre sich dadurch zu einer Neufassung seines hinlänglich bekannten Bestsellers inspiriert gefühlt hätte. Jesper verbrachte dann noch zwei Stunden im Aufwachraum, hat gekotzt und dann wieder gepennt. Er hat zwei mal Schmerzmittel verabreicht bekommen, ich fürchte aber, dass er trotzdem keine schmerzfreie Nacht vor sich haben wird. Morgen früh fahre ich direkt nach dem Aufstehen zu ihm und ich hoffe, dass er dann schon wieder Sinn für meine Witzchen hat.

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