#Unwetter: Nachwehen und Nachfragen

So sah es gestern gegen 20.45 Uhr über Düsseldorf aus. Was danach kam, kann man kaum beschreiben. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich ein solches Unwetter noch nie erlebt habe. Schon bald nach der Aufnahme des obigen Videos flogen dicke Äste durch die Luft. Ein riesiger Baum im Hinterhof des benachbarten Hauses wurde um ein Drittel gekürzt. Mülltonen wehten über die Straße. Der Regen wurde vom Sturm dermaßen gepeitscht, dass man von unserem Balkonfenster aus keine zwei Meter weit mehr sehen konnte. Wir sind schließlich vorsichtshalber sogar von allen Fenstern weg getreten weil es nicht auszuschließen war, dass vielleicht fliegende Gegenstände ein Fenster durchschlagen würden.

Im Nachhinein betrachtet ist das Wort Unwetter hier noch viel zu harmlos. Es hat sich eine regelrechte Naturkatastrophe abgespielt. Richtig deutlich wurde mir das heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit. Den musste ich natürlich per Fahrrad zurücklegen, der Personennahverkehr ist eingestellt. Die Verkehrswacht rät dringend davon ab, zu versuchen mit dem Auto nach Düsseldorf zu gelangen und die Feuerwehr empfiehlt allen Düsseldorfern eindringlich, heute zuhause zu bleiben.

 

Nach jetzigem Stand der Dinge sind bisher sechs Tote in NRW zu beklagen, außerdem zahlreiche Verletzte. An dieser Stelle muss sich aber nun doch der WDR mal einige Fragen gefallen lassen. Es war schon ab den frühen Abendstunden abzusehen, dass da etwas wirklich Bedrohliches auf uns zukommen würde. Um Punkt 20.00 Uhr setzte ich folgenden Tweet ab:

Anschließend schaltete ich WDR 2 ein um mich über den tatsächlichen Grad der Bedrohung zu informieren. Das hat aber nicht so richtig geklappt. Man berichtete, dass ein Festival in Köln wegen einer Unwetterwarnung vor Gewitter mit Starkregen und Hagel abgesagt worden sei. Sonst nichts! Es hätte doch längst aus Holland und Belgien bekannt sein müssen, was für ein Monstrum von Gewitter da auf NRW zukommt. Warum wurden die Hörer nicht aufgefordert Schutz zu suchen und ihre Häuser nicht zu verlassen? Das muss man doch von einem öffentlich-rechtlichen Sender erwarten, oder nicht? Stattdessen spielte WDR2 just zu dem Zeitpunkt an dem das erste Video dieses Posts aufgenommen wurde „Light My Fire“. Vermutlich fühlte man sich dabei noch irrsinnig originell!

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