Winter 07/08

Auch in diesem Jahr gibt es in Düsseldorf wieder einen Winter. Er fällt diesmal auf den 24.03.2008:

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Es gibt nicht viele Filme, die es schaffen mich wirklich ernsthaft zu berühren, einer der das gestern zum wiederholten Mal geschafft hat ist „Hotel Ruanda“. Im Bewusstsein der sog. Westlichen Welt ist bis heute völlig verdrängt, was sich binnen nur zwei Monaten im Sommer 1994 eben in Ruanda wirklich ereignet hat. Innerhalb weniger Wochen wurde eine Millionen Menschen auf bestialischste Weise, größtenteils mit Macheten, umgebracht. Heute spricht man vom schnellsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit, damals war die UNO darauf bedacht den Begriff „Völkermord“ tunlichst zu vermeiden, wäre sie doch in diesem Fall zum Eingreifen gezwungen gewesen.

Der Film schafft es diesem Unfassbaren ein Gesicht zu geben und was ihm noch viel höher anzurechnen ist, dabei jegliche unangebrachte, plakative Sentimentalität zu vermeiden. Er erzählt die wahre Geschichte von Paul Rusesabagina, dem damaligen stellvertretenden Manager eines Luxushotels in Kigali, dem es unter dauernden Einsatzes des Lebens seiner Familie und seines eigenen, über 1200 Menschen, die Zuflucht in seinem Hotel suchten, vor dem sicheren Tod zu retten. Noch viel mehr zeigt der Film aber das totale Versagen der Weltgemeinschaft, die ein ganzes Volk aufgegeben hat und es seinen Mördern überließ.

Nick Nolte spielt in „Hotel Ruanda“ einen kanadischen UN-General, der mit seiner, nur wenige hundert Mann starken, Blauhelmtruppe in Ruanda ausharrt und ebenso alleine gelassen wird wie das ganze Land. Diese Figur ist offensichtlich angelehnt an Romeo Dallaire, der seine Erlebnisse in dem Buch „Handschlag mit dem Teufel“ veröffentlicht hat. Dallaire ist über die Ereignisse des Jahres 1994 nie hinweg gekommen, litt unter schweren Depressionen und hat zwei Mal versucht sich das Leben zu nehmen. Das Buch ist 2005 auch in Deutsch erschienen, allerdings nur in einer Auflage. Bis heute interessiert sich kaum jemand für einen der schwärzesten Momente der neueren Geschichte.

Der Film „Hotel Ruanda“ läuft am 02. April um 00:25Uhr im „Hessischen Fernsehen“, wird in letzter Zeit aber auch häufiger in diversen anderen Dritten Programmen gezeigt.

Helden von gestern und morgen

Man mag es sich heute kaum mehr vorstellen können, aber auch ich habe mich früher tatsächlich mal sportlich betätigt, sogar in zwei Vereinen. Im Schwimmverein wollte man mich doch tatsächlich mal in eine Leistungsgruppe stecken, eine Idee, auf die in meinem Fussballverein B.V.04 nie jemand gekommen wäre. Ich gestehe es heute offen: mein Talent als Ballzauberer hielt sich sehr in Grenzen. In der D-Jugend habe ich dann aber tatsächlich mal ein paar Tore erzielt (was mir in der gesamten E-Jugend nie gelang) und fing gerade an so etwas wie Ehrgeiz zu entwickeln als ich mir ziemlich übel den Fuss verknackste und monatelang nicht spielen konnte. Danach hatte ich keine Motivation mehr und habe (Achtung unvermeidliche Floskel!) die Fussballschuhe an den Nagel gehängt.

Der Sohn einer Kollegin von mir scheint mit deutlich mehr Talent gesegnet zu sein, spielt er doch seit drei Jahren in der Jugend des FC Barcelona. Morgen will ich mich dann mal persönlich von seinen Künsten überzeugen, denn er spielt mit seinem Team beim Osterturnier ausgerechnet meines alten Vereins B.V.04. Diese Turnier ist immer wieder eine tolle Veranstaltung mit beeindruckender Besetzung. Solche Größen wie Michael Owen oder Kaka haben auch schon an der Rossstrasse gespielt und im letzten Jahr habe ich bei diesem Turnier meinen alten Helden Roger Milla getroffen. Hab ich das Foto eigentlich schon mal hier gezeigt?

Als ich noch selber dort spielte war das Osterturnier immer ein besonderer Höhepunkt. Wir stromerten ständig um den Platz herum, auf der Jagd nach Autogrammen von Spielern, deren Namen noch niemand kannte. Einige dieser Autogramme habe ich heute immer noch, es ist aber leider unmöglich zu sagen wessen Signatur ich da wie einen Schatz horte.

Nun hoffe ich also inständig, dass das Wetter morgen halbwegs erträglich sein wird und wer weiss, vielleicht läuft mir ja auch wieder der eine oder andere Veteran über den Weg.

Österliche Bastelstunde

Für das spirituelle Gleichgewicht der Familie ist bei uns Jesper zuständig, der als Besucher eines kathloischen Kindergartens dazu auch prädestiniert ist. Ihm fiel auf, dass es in unserer Wohnung kein einziges Kreuz gibt, ein unhaltbarer Zustand für ihn, erst recht in der Karwoche. Also wurde Bastelpapier und Klebestift ausgepackt und nun schmückt dieses wunderbare Kruzifix unser Heim:

Man beachte die Dornenkrone, die Nägel und den Gesichtsausdruck, der die nahende Erlösung verkündet!

Disappear

Sollten die „No Angels“ als unsere Repräsentanten beim ESC in Belgrad(?) noch kurzfristig absagen, dann empfehle ich einfach mal Steffen aus Thüringen mit seiner wunderbaren Akkustikversion von „Disappear“: