God Jul, Frohe Weihnachten…

…und auch Hyvää Joulua!

Wir hatten einen wirklich schönen Heiligabend, ohne Stress, dafür mit leckerem Essen und schöner Musik, einfach ein stimmungsvoller Abend wie man sich das wünscht.

Inkki und die Kinder waren um 14 Uhr im Kleinkindergottesdienst, während ich gerade meine Frühschicht zu Ende brachte. Die Abwesenheit des Rests der Familie nutzte ich dann um die Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen und ich glaube fast, dass Jesper uns unser gespieltes Erstaunen („Da muß wohl der Julgubbe hier gewesen sein während Du in der Kirche warst.“) wenigstens ein ganz klein wenig abgenommen hat. Er durfte dann seine DVD mit Rudolf dem Rentier ansehen, die legendäre Fernsehsendung meiner Kindheit, „Wir warten aufs Christkind“, gibt es ja leider seit Jahren schon nicht mehr. Ich verzog mich eine ganze Weile in die Küche, denn so ein komplett selbst gemachter Rheinischer Sauerbraten nebst Semmelknödeln erfordert schon etwas mehr Aufwand als ein normales Abendessen. Dafür hat er dann auch wirklich sehr, sehr lecker geschmeckt, wenn ich mir an dieser Stelle mal so penetrant selber auf die Schulter klopfen darf.

Dann kam der Moment, auf den jedes Kind eigentlich immer 364 Tage im Jahr wartet. Jesper zog mit verblüffender Sicherheit ein Paket nach dem anderen unter dem Baum hervor, das mit seinem Namen versehen war und es war schön zu sehen, dass er sich eigentlich am meisten über die kleineren Geschenke freute, die er sich aber wirklich von Herzen gewünscht hat. In diesem Fall eine echt eklige Plastikschlange und eine Schwimmbrille. Die ebenfalls ihm zugedachte Darda-Bahn gefiel ihm zwar auch, ein objektiver Beobachter hätte aber durchaus den Eindruck gewinnen können, dass Papa noch einen Funken mehr Spaß daran hatte.

Das größte Paket des Abends war dann standesgemäß wirklich für den Papa und wer es jetzt für merkwürdig hält, dass sich ein 37-jähriger über eine Plastikgitarre freut, der ist selber schon fürchterlich alt und hat vermutlich noch nie etwas von Guitar Hero gehört. Zu gerne hätte ich mein neues Lieblingsspielzeug direkt ausprobiert, aber die im Bundle enthaltenen Spiel-DVDs waren schon kurz nach dem Auspacken einfach nicht mehr zu finden. Wirklichen Grund zur Enttäuschung hätte aber eigentlich Silja gehabt, die zum Glück noch zu klein ist um zu bemerken, dass sie an diesem Abend eigentlich viel zu kurz gekommen ist. Das liegt allerdings nicht an ihren Rabeneltern sondern an der Firma Puky, die ja angeblich die besten Kinderlauf- und Fahrräder überhaupt herstellt. Made in Germany! Die Herstellung von Siljas vierrädrigem Laufrad hätte man aber lieber verantwortungsbewußten Asiaten anvertraut, dann wäre das Ding sicher auch funktionstüchtig gewesen. So mussten wir aber am 23.12. beim Zusammenbau feststellen, dass das Ding schlichtweg schlampig produziert wurde und sich definitiv nicht zusammenbauen ließ. Hier rächt sich dann der eigentlich so bequeme Onlineeinkauf, denn am Donnerstag müssen wir den Haufen nutzlosen Metalls an den eigentlich ebenfalls so hoch angesehen Versender Jako-o zurückschicken. Silja musste sich also mit so einigem Kleinkram begnügen, fand aber wenigstens an ihrer Hundepuppe Elsa Gefallen.

Da meine Guitar Hero Spiele immer noch spurlos verschwunden waren, konnten wir uns zunächst mal Inkkis Geschenken zuwenden, die endlich ihren so lange gewünschten Ikea-Kerzenhalter bekam. Dazu noch einen schicken Nike-Badeanzug, der dann in den nächsten Tagen gemeinsam mit Jespers Schwimmbrille im Düsselstrand eingeweiht werden wird. Inkki hielt einen Badeanzug für nötig, da Silja ansonsten gerne an Muttis Bikinoberteil rumzupfte um den anderen Schwimmbadbesuchern zu zeigen wo es bis vor einiger Zeit was zu trinken gab. Am meisten hat Inkki sich aber wohl über ein Fotobuch gefreut, das unser letztes Jahr (vielleicht sollte man lieber sagen „unser vergangenes Jahr“?) in Bildern zusammenfasst.

Die Kinder wurden nun langsam müde und gingen mehr (Jesper) oder weniger (wie immer Silja) problemlos ins Bett. Es war nun Zeit für Inkkis Auftritt als Interpretin schwedischen Schlagerliedguts. Von ihren Freundinnen hatte sie nämlich das SingStar-Spiel „Svenska Schlager-Hits“ bekommen, auf dem einige wirkliche spaßige Lieder sind, an denen ich mich demnächst auch versuchen werde. Und meine Guitar-Hero-Spiele? Immer noch verschwunden! Nun wurde es mir aber zu bunt. Mit einer Taschenlampe wurde unter jedes Bett, jedes Sofa, in jede Ecke geleuchtet, aber nichts zu finden. Ich wollte schon fast aufgeben, als ich die leicht bizarre Eingebung bekam doch mal in den Mülleimer mit Siljas Kackwindeln zu schauen. Bingo! Da waren sie und sogar sauber. Scheinbar hatte Silja doch das Gefühl, nicht ausreichend beschenkt worden zu sein und wollte sich auf diese Weise rächen.

Nun lag der Abend schon in den letzten Zügen, aber für ein paar Runden auf der Plastikgitarre hat es dann doch noch gereicht. Es macht riesigen Spaß, ist aber auch höllisch schwer. So zumindest mein erster Eindruck. Schade nur, dass der beigelegte Schultergurt etwas kurz ist und ich deshalb beim spielen aussehe wie Ricky King im Endstadium und nicht wie Jimi Hendrix in Monterrey.

Die Heilige Nacht endete dann für mich etwas unheilig, nämlich mit Weckerklingeln um sechs Uhr früh. Die Arbeit rief. Natürlich fahren um diese Uhrzeit am Weihnachtsmorgen noch keine Busse und Bahnen, also zog ich meine Wandersocken an und kämpfte mich 30 Minuten lang durch den eisigen Wind zu meinem heißgeliebten Arbeitsplatz. Was man nicht alles tut für ein Einkommen knapp unter dem Existenzminimum! Zum Glück ist aber schon um 13 Uhr Feierabend. Den Nachmittag verbringen wir dann mit Kaffeetrinken bei der Mutter/Schwiegermutter/Oma und am Abend verwöhnt uns Inkki mit finnischen Leckereien wie Farmorssylta und Sill.


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