God of War

Zwar bin ich Besitzer einiger mittlerweiler historisch zu nennender Spielkonsolen und auch bekennender SingStar-Trällerer und PlayStation-Footballer, aber trotzdem würde ich mich nicht als allzu ambitionierten Zocker bezeichnen. Mir fehlt schlicht die Zeit und auch die Lust mich stundenlang vor die Playstation zu hocken, vom zu recht fehlenden Verständnis meiner Mitbewohner mal ganz zu schweigen. Nun trudelte am letzten Samstag aber noch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk ein und zwar in Form eines Gamestop-Gutscheins. Das tolle an diesen Gamestop-Läden ist, dass dort auch gebaruchte Spiele angeboten werden. Zuletzt konnte ich dort Madden 2003 und Need for Speed Underground für jeweils schlappe 7,99€ ergattern. Um den Gutschein voll auszureizen sollte es diesmal dann aber doch ein etwas aktueller Titel werden. Also habe ich mich auf diversen Games-Seiten umgesehen um mir Anregungen zu holen und überall wird eine Spielserie als das absolute Nonplusultra für die PlayStation 2 angepriesen. God of War! Das habe ich auch tatsächlich als neues Platinum-Spiel gefunden, noch dazu mit einem vielversprechenden roten Warnaufkleber versehen: Ab 18 Jahren!

Sehnsüchtig wartete ich nun also dass die Kinder endlich das Wohnzimmer geräumt hatten und ich die jugendgefährdende Scheibe endlich in die PS2 schieben konnte. Was ich dann zu sehen bekam hat mich direkt umgehauen. So eine Grafik hätte ich der in die Jahre gekommenen Konsole wirklich nicht zugetraut. Phantastische Levels und vor allem atemberaubende, riesige Zwischengegner. Dazu beeindruckende Sounds und Render-Filme, was zusammen eine großartige Athmosphäre des antiken Griechenland ergibt. Man fühlt sich mitten in den Film 300 versetzt. Dass ich heute morgen vor meiner Frühschicht das Spiel noch mal schnell reinschob um noch 10 Minuten zu spielen ist wohl der beste Beweis dafür, dass es mich voll gepackt hat. Irgendwie muss ich es alsoschaffen  heute abend wieder schnell die Kinder wegzusperren (aufgeschlitzte Kreaturen und kopflose Ungeheuer sind in der Tat nicht ganz kindgerecht).

Losglück

Nun ist es also tatsächlich so gekommen wie ich es mir gewünscht hatte. Deutschland und Finnland sind gemeinsam in einer Gruppe zur WM-Qualifikation 2010 gelandet!

In Deutschland reden alle Fachleute von einem machbaren Los mit Russland als Hauptkonkurrenten. Aber auch in Finnland ist man gar nicht so unglücklich über das Ergebnis. Vorherrschender Tenor dort: „Eine schwere aber nicht unlösbare Aufgabe.“. Gegen Deutschland sieht man zwar wenig Chancen, den zweiten Platz vor Russland zu erreichen hält man aber für nicht völlig ausgeschlossen. Wenn man das letzte Spiel der Russen in der EM-Quali betrachtet (1-0 gegen Andorra!), dann könnte da was dran sein. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die Terminierung der Spiele mir entgegenkommen wird und dann wäre es ja wirklich möglich, dass ich beim Spiel FIN-GER live vor Ort sein könnte!

Ohne Finnland, fahr'n wir zur EM

So nah waren sie noch nie dran. Ein verflixtes Tor hat gefehlt und Finnland hätte sich endlich, endlich einmal für ein großes Fussbalturnier qualifiziert. Nun ist ein 0-0 in Portugal ein ehrenwertes Ergebnis, aber dafür kann man sich halt auch nichts kaufen. Der beste finnische Fussballer aller Zeiten, Jari Litmanen, stand gestern noch mal auf dem Platz, aber geholfen hat es auch nichts. Ein Blick auf die Tabelle verrät woran Finnland letztlich gescheitert ist. In 14 Spielen haben sie nur 7 Gegentore kassiert, das ist internationale Spitzenklasse. Nur haben sie halt auch bloß 13 Tore geschossen. Das ist in einer Gruppe mit Gegnern wie Aserbaidschan, Kasachstan und Armenien natürlich erbärmlich wenig. Allein diesen Teams hätte man in sechs Spielen locker 12 bis 15 Tore verpassen müssen und in Aserbaidschan hätte man natürlich auch eigentlich nicht verlieren dürfen.

Trotzdem kann man wohl sagen, dass Finnland momentan über eine ziemlich starke Generation von Fussballern verfügt. Am kommenden Sonntag werden die Qualifikationsgruppen für die WM 2010 ausgelost. Also auf ein Neues! Vielleicht wird’s ja dann mal was. Schön wäre es ja auch wenn bei dieser Auslosung Finnland und Deutschland in die selbe Gruppe kämen. Möglicherweise ließe es sich dann einrichten, dass ich mal ein Spiel einer deutschen Nationalmannschaft in Helsinki besuchen könnte.

20%!

Nun gibt es also doch keine Massenkündigungen finnischer Krankenschwestern. Ebenso satte wie angemessene 20% Lohnerhöhung im Laufe der nächsten drei Jahre haben sie sich erkämpft. Wahrscheinlich ist der Oberlokführer Schell schon unterwegs nach Helsinki um sich ein paar Tipps einzuholen.