Es geht immer billiger.fi

Eine der ersten Reaktionen die man erhält wenn man jemandem erzählt, dass man nach Finnland fährt ist zumeist: „Oh, da ist doch alles so teuer.“. Das stimmt seit der Euro-Einführung so nicht mehr ganz, es ist aber richtig, dass gerade Lebensmittel doch immer noch etwas teurer sind als bei uns. Kein Wunder, fallen doch auf Lebensmittel in Finnland17% MwSt, bei uns nur 7% an. Nun hat die finnische Regierung beschlossen, ab Oktober 2009 den Satz auf 12% zu senken. Ich bin allerdings skeptisch ob die Preise dadurch wirklich fallen werden. So was ist doch eigentlich eine willkommene Gelegenheit für den Einzelhandel seine Gewinnspanne ein wenig auszuweiten. Eine größere Erleichterung ist da eher, dass seit einigen Jahren mit Lidl die erste Discount-Kette an den Start gegangen ist. Dabei gibt es nun in Finnland genau das Phänomen, das es bis vor 10 oder 15 Jahren auch in Deutschland noch gab. Man geht natürlich nicht zu Lidl. Das hat man ja nicht nötig.

Das Problem des übermäßigen Alkoholkonsums unter Jugendlichen ist nun auch endgültig gelöst! Die Flasche Bier soll unfassbare 0,05€(!) teurer werden. Natürlich sagen sich die Jugendlichen da: „Das kann ich mir einfach nicht mehr leisten. 1,85€ statt 1,80€! Dann höre ich lieber sofort auf zu saufen und werde ehrenamtlicher Vorleser im Seniorenheim.“.

Hier wird scharf geschossen!

Das hätte ich allerdings nicht vermutet. Bisher hielt ich die Finnen doch immer für ein äußerst friedliebendes Völkchen und nun muss ich lesen, dass Finnland weltweit betrachtet, die dritthöchste Anzahl von Schusswaffen pro Einwohner hat. Auf 100 Einwohner kommen 56 Schusswaffen, was Finnland einen Platz knapp hinter dem Jemen und deutlich hinter den USA (90/100) einbringt, die Quote des Iraks aber locker um 70% schlägt. Nicht gerade Länder mit denen man in einem Atemzug genannt werden möchte. Immerhin hat man aus Finnland bisher jedoch weder von High-School-Massakern noch von einem florierenden Kidnapping-Business gehört.

Wieder voll im Saft

Eine recht beliebte Antwort auf die Frage „Wie war der Urlaub?“ ist, zumindest unter selbst ernannten Scherzkeksen, „Zu kurz!“. Das kann ich von meinem ausnahmsweise mal nicht sagen (also vom Urlaub!!!), denn die drei Wochen kamen vor wie eine kleine Ewigkeit, was nicht zuletzt auch am miesen Wetter liegen mag. Ich kann zwar auch nicht behaupten, dass ich mich direkt unbändig aufs Arbeiten gefreut hätte, aber immerhin hat es mir nichts ausgemacht und so tue ich also seit mittlerweile einer Woche wieder das wofür ich mehr oder weniger gerecht entlohnt werde. Als wäre ich damit noch nicht genug ausgelastet, startet am 03.09. auch noch das Projekt „Herr K. lernt Finnisch – Reloaded“. Vor drei Jahren hatte ich schon mal einen Kurs begonnen, leider wurde ich entgegen anderer Absprachen, dann aber immer wieder am betreffenden Abend zum Spätdienst eingeteilt und somit habe ich den Kurs dann nach ungefähr der Hälfte abgebrochen. Bis dahin lief es eigentlich ganz gut. Ich konnte mich auf Finnisch vorstellen, die Uhrzeit angeben und habe meine absolute Lieblingsvokabel kennengelernt. Schon mal was von Jäätelötötterö gehört? Das allermeiste habe ich aber mittlerweile wieder vergessen und dementsprechend fange ich jetzt also wieder bei Adam und Eva, ach nee auf Finnisch wohl eher Eeva, wieder an. Das sauteure Lehrbuch habe ich noch und allein dessen Titel lehrt den Lernwilligen bereits Demut vor der großen Aufgabe. Es heißt schlicht „Kieli Käyttoon. Suomen kielen alkeisoppikirja.“. Na dann mal gutes Gelingen!

Mit Kohle Kohle machen

Passend zu meinem Eintrag über den geplanten Neubau eines Kohlekraftwerks in Düsseldorf lief am letzten Dienstag die interessante Dokumentation „Das Kartell“ im ZDF. Konnte ich bis dahin noch nicht mal ansatzweise nachvollziehen, wie klar denkende Menschen allen Ernstes noch auf die dreckige Steinkohle setzen könnten, wurde mir da nun doch einiges klar. Den deutschen Energieunternehmen werden für ihre geplanten Kohlekraftwerke Verschmutzungsrechte im Wert von 4.000.000.000€ zugeteilt. Wohlgemerkt werden ihnen diese Rechte nicht verkauft sondern geschenkt! Der Wert dieser Verschmutzungsrechte kann nun von den Energieunternehmen völlig legal auf die Strompreise aufgeschlagen werden, gerade so als hätten sie dafür Mehrkosten gehabt. Wer also als Energieversorger jetzt keine neuen Kohlekraftwerke baut, der läßt sich wahnwitzige Summen entgehen. Wenn das nicht pervers ist!

Viele weitere Informationen und Ausschnitte aus „Das Kartell“ bietet das ZDF HIER an. Infos zum Emissionsrechtehandel gibts bei Wikipedia.

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In diesem Zusammenhang möchte ich auch mal darauf hinweisen, dass der Wechsel des Stromanbieters ein Kinderspiel ist. Ich selber beziehe seit geraumer Zeit meinen Strom von eprimo und zwar über den Tarif „PrimaKlima“. Dieser Strom stammt zu 100% aus Wasserkraft und noch dazu ist er günstiger als der Standardtarif der Düsseldorfer Stadtwerke. Die Wechselformalitäten übernimmt der neue Anbieter. Bequemer geht’s gar nicht!